Ausgesperrt in Wien: So reagierst du richtig

Ausgesperrt in Wien: So reagierst du richtig

Es passiert schneller als man denkt: Man kommt spät nach Hause, greift in die Tasche und der Schlüssel ist weg. Vielleicht liegt er noch auf dem Schreibtisch, vielleicht ist er aus dem Rucksack gefallen, vielleicht steckt er sogar von innen in der Tür. Was auch immer der Grund ist: Man steht draußen, die Wohnung ist zu, und es ist 23 Uhr. Gerade in einer Großstadt wie Wien, wo viele Menschen alleine wohnen und die nächste Verwandtschaft nicht um die Ecke lebt, kann das schnell zum echten Problem werden.

Erst besonnen bleiben, dann handeln

Der erste Impuls ist meistens Panik. Die bringt allerdings wenig. Sinnvoller ist es, die Situation kurz zu sortieren. Drei Fragen helfen dabei:

  • Gibt es einen Zweitschlüssel, und wenn ja, bei wem?
  • Ist jemand in der Wohnung, der öffnen kann?
  • Ist die Tür tatsächlich versperrt oder nur zugefallen?

Letzteres klingt banal, ist aber relevant. In vielen Wiener Altbauwohnungen gibt es noch Türen, die nicht automatisch einschnappen. Wer nur die Klinke drückt und nicht richtig schaut, übersieht manchmal, dass die Tür gar nicht verriegelt ist. Das ist zwar selten, aber es lohnt sich, diesen Schritt nicht zu überspringen.

Wenn ein Zweitschlüssel existiert, ist das natürlich die einfachste Lösung. Viele Menschen hinterlegen einen bei Eltern, Freunden oder guten Bekannten. Wer das bisher nicht getan hat, sollte das nach diesem Erlebnis ernsthaft in Betracht ziehen. Ein Ersatzschlüssel beim Nachbarn kann in solchen Momenten eine stundenlange Wartezeit ersparen.

Wann der Schlüsseldienst die richtige Wahl ist

Gibt es keinen Zweitschlüssel und keine andere Möglichkeit, kommt man an einem professionellen Dienst nicht vorbei. In Wien gibt es zahlreiche Anbieter, die rund um die Uhr erreichbar sind, also auch nachts, am Wochenende und an Feiertagen. Ein seriöser Schlüsseldienst Wien öffnet die Tür im Regelfall ohne Beschädigungen, weil geschulte Techniker die gängigen Schließsysteme kennen und entsprechendes Werkzeug mitbringen.

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Die Kosten variieren je nach Uhrzeit, Schlosstyp und Aufwand. Für eine einfache Öffnung ohne Schäden am Schloss sind tagsüber Preise zwischen 80 und 150 Euro realistisch. Nachts oder an Feiertagen können Zuschläge dazukommen, sodass man auch mit 180 bis 250 Euro rechnen muss. Das klingt viel, ist aber vertretbar, wenn die Alternative ist, die Nacht im Treppenhaus oder einem Hotel zu verbringen.

Wie man unseriöse Anbieter erkennt

Leider gibt es in Wien, wie in anderen Großstädten auch, Anbieter, die die Notlage von Betroffenen ausnutzen. Die häufigsten Warnsignale:

  • Am Telefon wird kein konkreter Preis genannt, nur vage Aussagen wie „günstig“ oder „ab 29 Euro“
  • Der Techniker erscheint ohne Firmenfahrzeug oder erkennbare Berufskleidung
  • Nach der Arbeit wird plötzlich ein Vielfaches des ursprünglich genannten Betrags verlangt
  • Es gibt keine schriftliche Rechnung oder die Firmenadresse ist nicht nachvollziehbar

Wer in einer solchen Situation unter Druck gesetzt wird, sollte wissen: Man hat das Recht, vor Beginn der Arbeit einen schriftlichen Kostenvoranschlag zu verlangen. Wer das verweigert, ist kein seriöser Anbieter. Im Zweifelsfall lieber auflegen und einen anderen Dienst kontaktieren, auch wenn das etwas Zeit kostet.

Was die Hausverwaltung damit zu tun hat

In Wien gibt es viele Mietwohnungen, die von Hausverwaltungen betreut werden. Einige von ihnen, vor allem größere Unternehmen, haben eigene Notfallnummern oder Bereitschaftsdienste für genau solche Situationen. Bevor man also direkt einen externen Schlüsseldienst beauftragt, kann ein kurzer Blick auf den Mietvertrag oder das Informationsschreiben der Hausverwaltung sinnvoll sein.

Ob die Hausverwaltung tatsächlich hilft oder zumindest einen Kontakt vermitteln kann, hängt stark vom Anbieter ab. Gemeinnützige Wohnbaugesellschaften wie Wiener Wohnen, die rund 220.000 Gemeindewohnungen in Wien verwalten, haben beispielsweise einen Störungsdienst, der auch außerhalb der Bürozeiten erreichbar ist. Wer in einer Gemeindebauwohnung lebt, sollte diese Nummer kennen und im Handy gespeichert haben.

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Was danach zu klären ist

Ist die Tür wieder geöffnet, beginnt der nächste Schritt: herausfinden, was mit dem Schlüssel passiert ist. Wenn er verloren gegangen ist und unklar bleibt, wo, empfehlen Sicherheitsfachleute, das Schloss austauschen zu lassen. Das kostet in Wien je nach Schlosshersteller und Anzahl der Zylinder zwischen 80 und 300 Euro, ist aber eine sinnvolle Investition, wenn man nicht riskieren will, dass der Schlüssel in fremde Hände geraten ist.

Wer Mieter ist, muss bei einem Schlosswechsel vorab Rücksprache mit der Hausverwaltung halten. In den meisten Mietverträgen ist geregelt, dass bauliche Veränderungen, zu denen auch ein Schlosstauch gehört, genehmigungspflichtig sind. In der Praxis stimmen die meisten Vermieter zu, solange der Mieter die Kosten übernimmt und einen Schlüssel an die Hausverwaltung aushändigt.

Vorsorge ist besser als Notfall

Wer einmal in dieser Situation steckte, denkt danach anders über Vorsorge nach. Ein paar Maßnahmen, die sich bewährt haben:

  • Zweitschlüssel bei einer Vertrauensperson deponieren, möglichst im selben Bezirk
  • Die Nummer eines seriösen Schlüsseldienstes im Handy speichern, bevor man ihn braucht
  • Kontaktdaten der Hausverwaltung inklusive Notfallnummer griffbereit halten
  • Bei Reisen den Ersatzschlüssel nicht im gleichen Gepäckstück wie den Originalschlüssel mitführen

Das klingt nach wenig, verhindert aber, dass man in einem solchen Moment komplett ohne Plan dasteht. Gerade in Wien, wo Wohnungen oft mit mehrfach gesicherten Türschlössern ausgestattet sind, dauert ein Schlüsseldiensteinsatz im Schnitt 20 bis 40 Minuten. Wer schon weiß, wen er anruft, spart sich zumindest die Zeit, im Internet nach Anbietern zu suchen und Bewertungen zu vergleichen, während er im Treppenhaus steht.

Ein Wohnungsnotfall ist unangenehm, aber lösbar. Wer ruhig bleibt und die richtigen Schritte kennt, kommt in den meisten Fällen schnell und ohne größeren Schaden wieder in seine vier Wände.

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