Deutschland beheimatet eine beeindruckende Vielfalt an Wildtieren, die sich über verschiedene Lebensräume erstreckt – von den Küsten der Nord- und Ostsee bis zu den Alpen im Süden. In unseren heimischen Wäldern, Wiesen, Gewässern und Gebirgen haben zahlreiche Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische ihre ökologischen Nischen gefunden. Besonders Arten wie der Rothirsch, der Europäische Luchs und der mittlerweile wieder heimische Wolf prägen das Bild der deutschen Wildtier-Landschaft.
Die natürliche Artenvielfalt steht jedoch vor großen Herausforderungen. Während manche Arten wie der Biber eine Erfolgsgeschichte des Artenschutzes darstellen und ihre Bestände sich erholen konnten, sind andere durch Lebensraumverlust, intensive Landwirtschaft und Klimawandel bedroht. Diese Übersicht soll einen Einblick in die faszinierende Welt der deutschen Wildtiere geben und ihre Bedeutung für unsere Ökosysteme verdeutlichen.
In Deutschland leben aktuell über 48.000 Tierarten, davon etwa 100 Säugetierarten und rund 300 Vogelarten.
Der Wolf ist nach jahrzehntelanger Abwesenheit seit dem Jahr 2000 wieder nach Deutschland zurückgekehrt und umfasst heute (2026) etwa 200 Rudel bundesweit.
Etwa ein Drittel aller heimischen Wildtierarten steht auf der Roten Liste und gilt als gefährdet.
Die Bedeutung von Wildtieren im deutschen Ökosystem
Wildtiere bilden das Rückgrat unserer natürlichen Ökosysteme und übernehmen unverzichtbare Funktionen in der ökologischen Gestaltung unserer Landschaften. Sie regulieren Pflanzenpopulationen, sorgen für die Verbreitung von Samen und schaffen durch ihr Verhalten neue Mikrohabitate für andere Arten. Die Anwesenheit von Schlüsselarten wie Wolf, Biber oder Luchs zeigt die Gesundheit eines Ökosystems an und trägt zur natürlichen Regeneration der Wälder bei. Ein ausgewogenes Zusammenspiel von Prädatoren und Beutetieren ist dabei besonders wichtig für die langfristige Stabilität der deutschen Naturräume.
Heimische Waldbewohner: Vom Rothirsch bis zum Wildschwein
Die deutschen Wälder beheimaten eine Vielzahl majestätischer Tiere, wobei der imposante Rothirsch als größte heimische Wildart besonders hervorsticht. Das Wildschwein hat sich seit 2020 bemerkenswert an menschliche Siedlungsgebiete angepasst und dringt immer häufiger in Vorstädte vor, was zu neuen Herausforderungen im Wildtiermanagement führt. Nicht zu vergessen sind die scheuen Rehe, die mit ihrer anmutigen Erscheinung und ihrer Anpassungsfähigkeit in fast allen Waldgebieten Deutschlands anzutreffen sind. Der flinke Rotfuchs, ein intelligenter Jäger, spielt eine wichtige Rolle im Ökosystem des Waldes, indem er zur Kontrolle von Kleinnagerpopulationen beiträgt. Auch der Dachs, ein nachtaktiver Waldbewohner, bereichert mit seinen ausgedehnten unterirdischen Bauten die Vielfalt der deutschen Waldlandschaft und trägt zur Bodenbelüftung bei.
Raubtiere in Deutschland: Wolf, Luchs und Fuchs

Zu den beeindruckendsten Raubtieren in Deutschlands Wäldern zählen der Wolf, der Luchs und der Fuchs, die nach jahrzehntelanger Abwesenheit teilweise wieder heimisch geworden sind. Der Wolf, als größtes einheimisches Raubtier, breitet sich seit seiner natürlichen Rückkehr aus Polen langsam wieder in verschiedenen Bundesländern aus und sorgt mit seiner kreativen Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Lebensräume für Aufsehen. Der scheue Luchs hingegen ist mit seinen Pinselohren und dem gefleckten Fell ein eleganter Jäger, der vor allem in Mittelgebirgen wie dem Harz und dem Bayerischen Wald durch Wiederansiedlungsprojekte zurückgekehrt ist. Der anpassungsfähige Rotfuchs ist dagegen in ganz Deutschland verbreitet und hat es als Kulturfolger sogar geschafft, in Städten und Vorstädten heimisch zu werden.
Gefiederte Vielfalt: Deutschlands heimische Vogelwelt
Die deutsche Landschaft bietet mit ihren verschiedenen Lebensräumen ein Zuhause für über 300 Vogelarten, von denen etwa 200 regelmäßig in Deutschland brüten. Vom majestätischen Seeadler, der seit 2020 eine bemerkenswerte Bestandserholung erlebt, bis zum kleinen Zaunkönig zeigt sich die Vogelwelt in beeindruckender Vielfalt. Besonders in den Feuchtgebieten Norddeutschlands und den Alpregionen im Süden finden sich spezialisierte Arten wie Kraniche und Alpendohlen, die das ökologische Gleichgewicht ihrer Habitate maßgeblich mitgestalten. Leider sind seit 2026 bereits 40 Prozent der heimischen Vogelarten durch Lebensraumverlust und Umweltveränderungen gefährdet, was die Bedeutung umfassender Schutzmaßnahmen unterstreicht.
- Deutschland beherbergt über 300 Vogelarten mit etwa 200 Brutvogelarten.
- Der Seeadler verzeichnet seit 2020 eine positive Bestandsentwicklung.
- Regionale Unterschiede zwischen norddeutschen Feuchtgebieten und alpinen Habitaten prägen die Artenvielfalt.
- Etwa 40 Prozent der heimischen Vogelarten stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten.
Bedrohte Arten und Artenschutzprogramme
In der deutschen Wildtierlandschaft sind zahlreiche Arten durch Lebensraumverlust, Umweltverschmutzung und Klimawandel bedroht, darunter Feldhamster, Wisent und Europäischer Nerz. Bundesweit wurden deshalb umfangreiche Artenschutzprogramme ins Leben gerufen, die durch gezielte Maßnahmen wie Wiederansiedlungen und Habitatverbesserungen den Fortbestand gefährdeter Tiere sichern sollen. Der Luchs profitiert beispielsweise von Wiederansiedlungsprojekten im Harz und Bayerischen Wald, während für den Fischotter spezielle Unterführungen an Straßen angelegt werden, um Verkehrsunfälle zu vermeiden. Besonders erfreulich ist die Rückkehr des Wolfes, der sich dank strengen Schutzes wieder in mehreren Bundesländern etablieren konnte und inzwischen über 150 Rudel in Deutschland zählt. Die Erfolge dieser Programme zeigen, dass gezielte Schutzmaßnahmen wirken können, jedoch bleiben kontinuierliche Bemühungen und die Akzeptanz in der Bevölkerung entscheidende Faktoren für den langfristigen Erfolg des Artenschutzes in Deutschland.
In Deutschland stehen aktuell etwa 30% aller heimischen Wirbeltierarten auf der Roten Liste gefährdeter Arten.
Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt fördert seit 2011 über 120 Artenschutzprojekte mit einem Gesamtvolumen von mehr als 180 Millionen Euro.
Symbolträchtige Erfolgsgeschichten sind die Wiederansiedlung von Biber (ca. 35.000 Tiere), Wildkatze (6.000-8.000 Tiere) und die natürliche Rückkehr des Wolfes.
Wie Menschen die Wildtierbestände in Deutschland beeinflussen
Der menschliche Einfluss auf die Wildtierbestände in Deutschland zeigt sich durch direkte und indirekte Eingriffe in natürliche Lebensräume. Während die Landwirtschaft, Infrastrukturprojekte und Siedlungsexpansion Habitate zerschneiden und verkleinern, tragen klimatische Veränderungen zunehmend zu Verschiebungen in den Ökosystemen bei, was manche Arten bedroht und anderen neue Möglichkeiten eröffnet. Glücklicherweise entstehen parallel dazu innovative Konzepte für nachhaltige Lebensräume, die einen harmonischeren Ausgleich zwischen menschlichen Bedürfnissen und dem Schutz der heimischen Wildtiere anstreben.
Häufige Fragen zu Deutsche Wildtiere
Welche heimischen Wildtiere stehen in Deutschland unter besonderem Schutz?
In Deutschland stehen zahlreiche einheimische Tierarten unter strengem Naturschutz. Zu den bekanntesten geschützten Wildtieren zählen der Wolf, der Luchs, der Fischotter und der Biber, die nach jahrzehntelanger Abwesenheit wieder heimisch werden. Auch der Feldhamster und die Wildkatze genießen besonderen Schutzstatus. Alle europäischen Fledermausarten sind durch die FFH-Richtlinie (Flora-Fauna-Habitat) streng geschützt. Die Schutzkategorien sind im Bundesnaturschutzgesetz verankert und unterscheiden zwischen „besonders geschützt“ und „streng geschützt“, wobei für letztere deutlich strengere Regelungen gelten. Für viele bedrohte Arten wurden spezielle Artenhilfsprogramme und Wiederansiedlungsprojekte ins Leben gerufen.
Wie verhalte ich mich richtig bei einer Begegnung mit Wildschweinen im Wald?
Bei einer Begegnung mit Wildschweinen ist ruhiges Verhalten entscheidend. Bleiben Sie stehen, machen Sie sich durch ruhiges Sprechen bemerkbar und vermeiden Sie hektische Bewegungen. Die Schwarzkittel nehmen Menschen primär über Geräusche und Gerüche wahr. Halten Sie stets Abstand, besonders wenn Frischlinge (Jungtiere) dabei sind, da Bachen (weibliche Wildschweine) ihren Nachwuchs vehement verteidigen. Gehen Sie langsam rückwärts oder seitwärts weg, ohne dem Keiler oder der Rotte den Rücken zuzukehren. Füttern Sie niemals Wildschweine oder andere Waldbewohner. Hunde sollten bei Wildtierbegegnungen unbedingt angeleint werden, da sie als Bedrohung wahrgenommen werden können und eine Verfolgung auslösen könnten. Die meisten Borstentiere weichen Menschen von selbst aus, wenn sie rechtzeitig bemerkt werden.
Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf die heimische Wildtierfauna?
Der Klimawandel verändert die Lebensbedingungen unserer einheimischen Tierwelt grundlegend. Wärmere Winter führen dazu, dass Tierarten wie der Igel seltener oder unregelmäßiger in den Winterschlaf fallen, was ihren Energiehaushalt durcheinanderbringt. Gleichzeitig wandern südliche Arten wie die Gottesanbeterin oder der Bienenfresser nach Norden und etablieren sich in deutschen Naturräumen. Bei vielen Zugvögeln verschieben sich die Brutzeiten, was zu einer Entkopplung von Nahrungsangebot und Brutperiode führen kann. Alpine Spezies wie das Murmeltier oder der Schneehase verlieren durch steigende Temperaturen kontinuierlich Lebensraum. Auch Waldtiere leiden unter zunehmenden Dürreperioden, da Wasserstellen austrocknen und Nahrungspflanzen weniger Früchte tragen. Diese ökologischen Veränderungen beeinflussen das gesamte Nahrungsnetz und die Biodiversität unserer Fauna.
Wie kann ich meinen Garten wildtierfreundlich gestalten?
Ein naturnaher Garten bietet heimischen Wildtieren wertvolle Rückzugsorte in unserer intensiv genutzten Landschaft. Pflanzen Sie einheimische Gehölze wie Holunder, Weißdorn oder Haselnuss, die Nahrung und Unterschlupf für Vögel und Kleinsäuger bieten. Verzichten Sie auf chemische Pflanzenschutzmittel, die das Bodenleben und Insekten schädigen. Ein kleiner Teich oder eine Wasserschale versorgt Tiere mit lebenswichtigem Nass. Lassen Sie bewusst „unordentliche“ Ecken mit Totholz, Laubhaufen und ungemähten Bereichen stehen – dort finden Igel, Amphibien und zahlreiche Krabbeltiere Unterschlupf. Ein Insektenhotel, Vogelnistkästen und Fledermauskästen ergänzen das Quartierangebot. Heimische Wildblumen und Stauden versorgen Bestäuber mit Nektar und Pollen. Selbst kleine Balkone können mit den richtigen Pflanzen zu Mini-Oasen für Schmetterlinge und Wildbienen werden.
Was sind die größten Bedrohungen für Deutschlands Wildtiere heute?
Deutschlands Fauna steht unter vielfältigem Druck durch menschliche Aktivitäten. Die Lebensraumzerschneidung durch Straßen und Siedlungsbau isoliert Tierpopulationen und verhindert genetischen Austausch. Die intensive Landwirtschaft mit Monokulturen und Pestizideinsatz dezimiert Insektenbestände, was eine Kettenreaktion im Ökosystem auslöst. Auch der rapide Flächenverbrauch durch Neubaugebiete, Industrieflächen und Infrastruktur entzieht Wildtieren kontinuierlich Lebensraum. Lichtverschmutzung stört nachtaktive Tiere wie Insekten und Fledermäuse massiv. Invasive Arten wie Waschbär und Nilgans konkurrieren mit einheimischen Spezies um begrenzte Ressourcen. Die zunehmende Freizeitnutzung ehemals ungestörter Naturräume durch Outdoor-Aktivitäten belastet störungsempfindliche Arten zusätzlich. Zusammengenommen führen diese Faktoren zu einem besorgniserregenden Rückgang der Biodiversität in unserer heimischen Tierwelt.
Wie unterscheiden sich die Wildtierbestände in verschiedenen deutschen Regionen?
Die Wildtiervorkommen in Deutschland zeigen deutliche regionale Unterschiede. Die Mittelgebirgsregionen wie Schwarzwald, Harz und Bayerischer Wald bieten mit ihren ausgedehnten Waldgebieten ideale Lebensräume für Rothirsch, Luchs und Schwarzwild. An den Küstengebieten von Nord- und Ostsee dominieren Seevögel, Robben und spezialisierte Wattbewohner die Fauna. Die Seenplatten in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sind Hotspots für Wasservögel, Seeadler und Biber. Alpenregionen beherbergen Gämsen, Alpensteinböcke und Murmeltiere. In den Auen großer Flusslandschaften finden sich Biber, Fischotter und zahlreiche Amphibienarten. Die Biodiversität korreliert stark mit der Landschaftsstruktur – während naturnahe Gebiete artenreiche Tiergemeinschaften aufweisen, sind in intensiv bewirtschafteten Agrarlandschaften wie in Teilen Niedersachsens oder Sachsen-Anhalts deutlich weniger Wildtierarten anzutreffen.