Drohnendaten auswerten: Planungsgrundlage für Wald und Revier

Drohnendaten auswerten: Planungsgrundlage für Wald und Revier

Eine Drohne liefert zunächst Rohdaten: Tausende Einzelbilder, Metadaten und oft Wärmebild- oder Multispektralaufnahmen. Der eigentliche Nutzen entsteht erst bei der Auswertung. Forstbetriebe, Waldbesitzer und Jäger sollten wissen, welche Produkte daraus entstehen können und was sie leisten.

Aus Bildern werden Karten und Modelle

Aus überlappenden Aufnahmen berechnet spezielle Software ein georeferenziertes Orthofoto, ein Oberflächenmodell und eine Punktwolke. Diese Produkte lassen sich in Geoinformationssysteme laden und mit Flurstücken, Wegen oder Revierkarten verknüpfen. So entsteht eine einheitliche Planungsgrundlage.

Typische Auswertungen

  • Bestandsgrenzen und Lücken im Kronendach erkennen
  • Wegenetz, Rückegassen und Lagerplätze dokumentieren
  • Höhenunterschiede und Geländeformen erfassen
  • Veränderungen zwischen zwei Befliegungen vergleichen

Jäger nutzen Karten zudem, um Hochsitzstandorte, Schussschneisen oder Äsungsflächen sinnvoll zu platzieren. Forstleute planen damit Pflege- und Erntemaßnahmen.

Qualität und Genauigkeit

Wie genau die Ergebnisse sind, hängt von Flughöhe, Kamera und Passpunkten ab. Unter Baumkronen reicht das Signal nur bedingt bis zum Boden, was Geländemodelle im Wald erschwert. Seriöse Anbieter nennen Einschränkungen und geben an, für welche Fragestellungen die Daten geeignet sind und für welche nicht.

Zusammenarbeit mit Dienstleistern

Für die Befliegung und Aufbereitung engagieren viele Betriebe Spezialisten. Eubanet Digital aus Ibbenbüren tritt als Drohnendienstleister auf, Näheres bietet Eubanet Digital. Vor Auftragserteilung sollten Umfang, Ergebnisformate und Zuständigkeiten klar benannt werden, damit die Daten später im eigenen System nutzbar sind.

Rechtliches und Datenschutz

Flüge unterliegen der Drohnenverordnung, und je nach Gebiet kommen Naturschutz- oder Eigentumsfragen hinzu. Bei Aufnahmen in der Nähe von Wegen oder Siedlungen ist zudem der Datenschutz zu bedenken. Verantwortliche Anbieter kennen diese Punkte und kommunizieren sie offen.

Vom Datensatz zur Entscheidung

Eine Karte allein trifft keine Entscheidung. Erst im Zusammenspiel mit Erfahrung, Geländekenntnis und Bestandsdaten ergibt sich ein belastbares Bild. Sinnvoll ist es, Auswertungen mit Förstern oder Revierinhabern zu besprechen, damit Besonderheiten vor Ort berücksichtigt werden.

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Wer regelmäßig befliegen lässt, kann Entwicklungen über Jahre verfolgen und Maßnahmen besser bewerten.

Praktisch ist die Frage der Datenspeicherung. Orthofotos und Punktwolken erreichen schnell Größenordnungen, die sich nicht mehr per E-Mail verschicken lassen. Üblich sind Übergabe per Datenträger oder Download-Link, dazu eine kurze Beschreibung der enthaltenen Dateien und Koordinatensysteme.

Auch die Aktualisierung spielt eine Rolle. Ein Datensatz bildet den Zustand zum Flugzeitpunkt ab. Nach Stürmen, Rückearbeiten oder Wegebau kann er veraltet sein. Wer Planungen darauf stützt, sollte das Aufnahmedatum immer mitführen und bei größeren Veränderungen neu fliegen lassen.

Für Revierinhaber lohnt es sich, Auswertungen gemeinsam mit Förstern oder Pächtern anzusehen. Wege, Wechsel und Einstände lassen sich im Luftbild oft besser diskutieren als auf der Papierkarte. So entsteht eine Planung, die von allen Beteiligten nachvollzogen wird.

Ergänzend sollte man auf die Qualifikation des Auswertenden achten. Geodatenverarbeitung verlangt Erfahrung, denn Fehler bei der Georeferenzierung führen zu Verschiebungen, die erst spät auffallen. Fragen Sie deshalb, welche Qualitätskontrollen durchgeführt werden und ob Passpunkte oder Vergleichsmessungen genutzt wurden.

Zusätzlich sollten Verantwortlichkeiten geklärt sein.

Klären Sie außerdem, ob Rohdaten und Auswertungsergebnisse getrennt übergeben werden, damit spätere Neuberechnungen möglich bleiben.

Fazit

Gut ausgewertete Drohnendaten verbessern Planung und Dokumentation, wenn Fragestellung und Methode zusammenpassen. Wichtig ist, Ergebnisse als Hilfsmittel zu begreifen und vor Ort zu prüfen.